Vortrag von Günter Sölken PDF Drucken E-Mail
Montag, den 26. Oktober 2009 um 14:07 Uhr

Am  Mittwoch, den 11.11. 2009  um 19:00 Uhr hält Günter Sölken einen Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit im Gemeindehaus der Friedensgemeinde Stuttgart. Unter dem Motto "Vision trift politische Wirklichkeit" wird es bei dem Vortrag und der anschließenden Diskussion bei weitem nicht nur um das bedingungslose Grundeinkommen, sondern ebenso um politische Gegenwartthemen von der Renten- und Gesundheitspolitik bis zur Energie- und Verkehrspolitik.

Wir laden Sie dazu herzlich ein!

 

 

 

 

Zur Person von Herrn Sölken:

Jahrgang 1951, Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, dann Studium in Politischer Wissenschaft, Staatsrecht und Soziologie. Magisterarbeit zum Thema Weltraumrüstung. Ca. 10 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter in der FDP-Bundestagsfraktion. Danach gings zur Treuhand als Koordinator "Fremdenverkehr und Touristik" (über den, wie man damals glaubte, viel zusammenwachsen könnte zwischen Ost- und Westdeutschland) und dann ab 96 Geschäftsführungsassistent und schließlich Pressesprecher in einem aus der Treuhandanstalt hervorgegangenen Immobilienunternehmen. Daran schloss sich ab 2006 eine freiberufliche Tätigkeit als Mediator und PR-Berater an. 

Das Thema Grundeinkommen hat es geschafft, mich nach 15 Jahren absoluter politischer Abstinenz wieder zu repolitisieren. Im Dezember 2004 stieß ich zum wenige Monate zuvor gegründeten Netzwerk Grundeinkommen und war vier Jahre lang als einer seiner Sprecher tätig. In diese Zeit fiel der dritte deutschsprachige Grundeinkommenskongress in Berlin, den ich hauptverantwortlich organisierte. Im Vorfeld dieses Kongresses kam mir die Idee zur "Woche des Grundeinkommens", die tatsächlich bereits im ersten Jahr mit deutlich über 100 Veranstaltungen in mehr als 30 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem großen Erfolg wurde. Inzwischen ist die "Woche des Grundeinkommens" ein Selbstläufer geworden. Bereits jetzt ist absehbar, dass 2010 weitere Städte und Initiativen und den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Italien und vielleicht noch weiteren Ländern hinzukommen werden. Sogar in den USA und Südafrika haben wir auf unsere Aktionswoche ein ausgesprochen zustimmendes Echo erhalten.
Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens hat viel vom Charakter der Botschaft Martin Luther Kings, der in seiner berühmten Rede "I have a dream" die Vision einer Welt ohne Rassendiskriminierung verkündete. Die Vision der Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens schließt sich hier nahtlos an, denn ihr Engagement ist einer Welt ohne Hunger und Armut verpflichtet. Die Zuversicht, dieses Ziel erreichen zu können, liegt vor allem in der Globalisierung und dem technologischen Fortschritt begründet. Zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte hat die Welt über auch nur ähnlich hohe Produktivitätskapazitäten verfügt als gerade heute. Niemals zuvor hat die Menschheit - und das unter dem Einsatz immer weniger menschlicher Arbeitskraft - so viele Güter und Dienstleistungen herzustellen vermocht, und dies gilt ausdrücklich und vor allem für den Lebensmittelbereich. Es ist eindeutig so, dass heute niemand auf der Welt, weder in Afrika, Südamerika oder Asien Hunger leiden müsste - wenn wir und die Regierendem diesem Ziel endlich oberste Priorität geben würden. Das bedingungslose Grundeinkommen ist die vielleicht überzeugendste Antwort auf diese Herausforderung, dies gilt national, europapolitisch und global. 

Dennoch: wenn Visionen auf die politische Wirklichkeit stoßen, scheint der Sieger schon zu Beginn festzustehen und natürlich tippt fast jeder auf die harten Realitäten. Welch Chance soll ein bedingungsloses Grundeinkommen haben, wo doch die Staaten - weltweit möchte man sagen - pleite sind und bei uns in Deutschland bereits die nächsten Massenentlassungen drohen? Tatsächlich, nach der Rente ab 67 und den steigenden Energie- und Gesundheitskosten der letzten Jahre drohen auch für die Zukunft weitere und möglicherweise tiefe Einschnitte ins soziale Netz und statt Lohnerhöhungen eher sinkende Realeinkommen.

"Dem fast sicher zu prognostizierenden weiteren Sozialabbau", so der Referent des Vortrags am 11.11., "stellen wir mit dem bedingungslosen Grundeinkommen die Forderung nach einem behutsam in Gang zu setzenden, jedoch sehr grundlegendem Sozialumbau entgegen." In der Endstufe soll dabei jedem Menschen in Deutschland eine Summe von etwa 1.000 € gezahlt werden. "Das ist keine Vision aus dem Schlaraffenland und auch keine Einladung zur Dauer-Siesta in der Hängematte", so Günter Sölken, "Das Ziel ist vielmehr, jeden Menschen zu befähigen, sich eigenverantwortlich und selbstbestimmt beruflich wie im Ehrenamt für sich selbst und die Gemeinschaft einzubringen. Das wird einhergehen mit der Streichung anderer Sozialleistungen, Bürokratieabbau und dem Verschwindung unsinniger Regelungen, die eine Beschäftigung und Erwerbsarbeit eher behindern als fördern. Was wir fordern, ist eine Beschäftigungsgesellschaft neuen Typs, bei der menschliche Kreativität und die Wahrung der Menschenrechte im Mittelpunkt stehen und nicht erst vor dem Bundesverfassungsgericht eingeklagt werden müssen." 

 Günther Sölken
 

 
SEO Søgemaskineoptimering - SEO
Adami Partners